Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland? Blick auf den Mittelstand und die wirtschaftliche Vielfalt
Der Mittelstand bildet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – aber wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland wirklich? Wer zählt dazu? Welche Branchen dominieren und wie ist die Verteilung nach Bundesländern, Rechtsformen und Umsätzen?
In diesem Artikel beleuchten wir auf Basis aktueller Statistiken die Unternehmenslandschaft im Jahr 2025, analysieren wichtige Entwicklungen seit 2021 und werfen einen Blick in die Zukunft.
Warum das wichtig ist? Weil diese Daten zeigen, wie Deutschland wirtschaftlich aufgestellt ist – und wo die Chancen und Herausforderungen liegen.
Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland laut aktueller Statistik?
Die Frage wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland lässt sich nicht pauschal beantworten, da verschiedene Kriterien eine Rolle spielen – etwa Umsatzhöhe, Rechtsform und Beschäftigtenanzahl.
Laut dem Statistischen Bundesamt existierten im Jahr 2022 rund 3,2 Millionen umsatzsteuerpflichtige Unternehmen in Deutschland.
Diese Zahl bezieht sich auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 22.000 Euro, die damit in die offizielle Statistik aufgenommen werden.
Insgesamt ergibt sich eine wirtschaftlich breit aufgestellte Struktur, in der vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) überwiegen. Betrachtet man auch die vielen Solo-Selbstständigen, Freiberufler und nicht umsatzsteuerpflichtigen Kleinbetriebe, dann liegt die tatsächliche Zahl der Unternehmer sogar noch deutlich höher.
Unternehmenslandschaft nach Branchen: Welche Sektoren dominieren?
Auch beim Blick auf die Branchen stellt sich erneut die Frage: Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland pro wirtschaftlichem Sektor? Besonders stark vertreten sind das verarbeitende Gewerbe, der Handel, das Bauwesen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.
Diese Sektoren erwirtschaften zusammen jährlich einen erheblichen Anteil des gesamtwirtschaftlichen Umsatzes.
Laut Statistik ist das verarbeitende Gewerbe besonders umsatzstark, während das Gesundheitswesen durch eine hohe Zahl an kleinen Praxis- und Pflegestrukturen geprägt ist. Auch in der IT- und Kreativbranche gibt es viele Einzel- und Kleinunternehmen.
Regionale Verteilung: In welchem Bundesland gibt es die meisten Unternehmer?
Nicht nur die Branche, sondern auch der Standort beeinflusst, wie viele Unternehmer es in Deutschland gibt – oder genauer gesagt, in welchem Bundesland sie tätig sind.
Die meisten Unternehmen sind in wirtschaftsstarken Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg angesiedelt. Diese Bundesländer vereinen einen großen Anteil der industriellen und handwerklichen Betriebe sowie zahlreiche Dienstleister.
Interessanterweise zeigen die neuen Bundesländer eine hohe Dichte an Einzelunternehmern und Kleinstbetrieben.
Die regionale Unternehmensstruktur beeinflusst somit auch die wirtschaftlichen Chancen und Förderstrategien der jeweiligen Länder. Statistisch gesehen ist die unternehmerische Vielfalt damit auch ein Spiegelbild der regionalen Entwicklung.
Umsatzverteilung unter deutschen Unternehmen im Jahr 2025
Die Umsatzverteilung ist ein weiterer wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Bedeutung einzelner Unternehmen. Während Großunternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz nur einen kleinen Teil der Gesamtanzahl ausmachen, generieren sie einen überproportional großen Teil des gesamten Umsatzvolumens in Deutschland.
Dennoch erwirtschaften auch kleine und mittlere Unternehmen (mit weniger als 50 Millionen Euro Umsatz) zusammen eine beachtliche Summe. Gerade KMU tragen wesentlich zur Stabilität des Wirtschaftssystems bei, da sie häufig krisenresistenter sind und sich flexibel an neue Marktbedingungen anpassen können.
Kleine und mittlere Unternehmen im Fokus
Kleine und mittlere Unternehmen – kurz KMU – machen laut Statistik rund 99 Prozent aller rechtlich selbstständigen Unternehmen aus. Diese Zahl allein beantwortet bereits teilweise die Frage wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland: Die übergroße Mehrheit gehört zu dieser Gruppe.
KMU beschäftigen weniger als 250 Personen und haben einen Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro.
Typische KMU sind Handwerksbetriebe, Dienstleister, Einzelhändler oder kleine Produktionsfirmen. Sie sind meist mittelständisch geprägt, oft inhabergeführt und regional verwurzelt. Ihre Bedeutung für Innovation, Beschäftigung und Ausbildung kann kaum überschätzt werden.
Beschäftigtenzahlen im deutschen Unternehmertum
Im Jahr 2022 waren rund 32 Millionen Menschen in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Davon arbeiteten etwa zwei Drittel in kleinen und mittleren Unternehmen. Diese Unternehmen bieten damit nicht nur Jobs, sondern sind auch ein bedeutender Ausbildungsort für Fachkräfte.
Die Zahl der Beschäftigten sagt dabei ebenfalls viel über die wirtschaftliche Lage aus: Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden – sogenannte Kleinstunternehmen – beschäftigen immerhin rund 20 Prozent der Gesamtzahl. Statistisch gesehen sind es also nicht die großen Konzerne, sondern die vielen kleinen Betriebe, die für den Großteil der Jobs sorgen.
Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland? Die häufigsten Rechtsformen im Mittelstand
Bei der Betrachtung der Rechtsformen fällt auf: Einzelunternehmen sind die häufigste Rechtsform in Deutschland. Sie sind vor allem bei Kleinstunternehmen beliebt, da sie einfach zu gründen sind und nur geringe bürokratische Hürden mit sich bringen.
Bei wachsenden Unternehmen gewinnt die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) an Bedeutung. Weitere typische Rechtsformen im KMU-Bereich sind die Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt), die Offene Handelsgesellschaft (OHG) sowie die Kommanditgesellschaft (KG).
Die Wahl der Rechtsform hat Einfluss auf Haftung, Besteuerung und Verwaltungsaufwand – und damit auch auf den wirtschaftlichen Erfolg.
Familienunternehmen und ihre Rolle in Deutschland
Ein wesentlicher Teil der deutschen Wirtschaft besteht aus Familienunternehmen. Sie gelten als besonders nachhaltig wirtschaftend, sind stark auf langfristige Stabilität ausgerichtet und zeichnen sich durch eine starke Mitarbeiterbindung aus.
Diese Unternehmen sind oft mittelständisch organisiert, haben flache Hierarchien und regionale Wurzeln. Sie stellen in vielen Regionen das Rückgrat der lokalen Wirtschaft dar. Die Statistik zeigt: Über 90 Prozent der Unternehmen im Mittelstand sind familiengeführt – ein weiterer Beleg für die strukturelle Stärke dieses Sektors.
Wie viele Kleinstunternehmen gibt es und was leisten sie?
Kleinstunternehmen stellen die Basis der deutschen Unternehmerschaft dar. Sie haben weniger als zehn Beschäftigte und meist einen Jahresumsatz unter zwei Millionen Euro. Auch diese Zahl fließt in die Gesamtbetrachtung der Frage ein: Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland?
Laut Statistik machen sie etwa 80 Prozent aller Unternehmen aus. Besonders im Dienstleistungsbereich, bei freien Berufen, in der Landwirtschaft sowie in der Kreativwirtschaft sind sie stark vertreten.
Trotz geringer Größe sind Kleinstunternehmen oft Innovationsmotoren und sichern die Nahversorgung in ländlichen Regionen.
Entwicklung zwischen 2021 und 2025 im Vergleich
Zwischen dem Jahr 2021 und dem Jahr 2025 hat sich die Unternehmenslandschaft in Deutschland spürbar verändert. Während 2021 noch stark von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt war, kam es ab dem Jahr 2022 zu einer langsamen Erholung.
2023 zeigte erste Wachstumsimpulse, etwa durch Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Geschäftsmodelle.
Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Neugründungen weiter an, auch weil viele Menschen neue Chancen in der Selbstständigkeit sahen. 2025 stehen Unternehmerinnen und Unternehmer vor neuen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Bürokratieabbau und Energieeffizienz – doch die Vielfalt und Stärke des deutschen Mittelstands bleibt ungebrochen.
Fazit: Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland?
Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland? Die Antwort ist komplex, aber klar: Millionen Menschen tragen tagtäglich zur wirtschaftlichen Leistung bei – ob als Einzelunternehmer, Mittelständler oder Familienbetrieb.
Die offizielle Statistik zählt rund 3,2 Millionen umsatzsteuerpflichtige Unternehmen, doch die tatsächliche Zahl der Unternehmer liegt noch deutlich höher.
Die meisten Unternehmen gehören zur Kategorie KMU, die wiederum das Rückgrat des deutschen Arbeitsmarkts bilden. Von der Umsatzverteilung über die Rechtsform bis zur Branchenstruktur zeigt sich, Deutschlands Wirtschaft ist vielfältig, anpassungsfähig und stabil – nicht trotz, sondern gerade wegen der vielen kleinen und mittleren Unternehmen.
FAQs: Wie viele Unternehmer gibt es in Deutschland?
Wie viel Prozent der Deutschen sind Unternehmer?
Etwa 9 bis 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland gelten als Unternehmer oder Selbstständige. Diese Zahl umfasst sowohl haupt- als auch nebenberuflich selbstständig Tätige, Freiberufler sowie gewerbliche Unternehmer.
Der Anteil ist im internationalen Vergleich eher moderat und spiegelt die starke Struktur des deutschen Arbeitsmarkts mit einem hohen Anteil an abhängig Beschäftigten wider.
Wie viele Selbstständige und Unternehmer gibt es in Deutschland?
- Rund 4,2 Millionen Menschen sind selbstständig tätig (inklusive Freiberufler)
- Davon etwa 2,2 Millionen hauptberuflich, der Rest nebenberuflich
- 1,5 Millionen gelten als gewerbliche Unternehmer mit Handelsregistereintrag
- Ca. 1,1 Millionen sind Freiberufler (z. B. Ärzte, Künstler, Journalisten)
- Die restliche Gruppe besteht aus Solo-Selbstständigen, digitalen Nomaden, u. a.
Wie viele Kaufleute gibt es in Deutschland?
In Deutschland gibt es rund 1,8 Millionen Kaufleute, wenn man alle Handelsbetriebe, registrierten Gewerbetreibenden mit kaufmännischer Ausbildung sowie eingetragene Kaufleute nach Handelsgesetzbuch (HGB) zusammenrechnet.
Dazu zählen unter anderem Einzelhandelskaufleute, Großhandelskaufleute, Industriekaufleute und eingetragene Kaufleute (e.K.).
Wie viele Einzelunternehmer gibt es in Deutschland?
| Jahr | Anzahl Einzelunternehmen | Anteil an allen Unternehmen |
| 2021 | ca. 2,1 Mio. | ca. 66 % |
| 2022 | ca. 2,2 Mio. | ca. 68 % |
| 2023 | ca. 2,3 Mio. | ca. 70 % |
| 2025 (geschätzt) | ca. 2,4 Mio. | über 70 % |
Einzelunternehmen sind somit die mit Abstand häufigste Rechtsform in Deutschland, besonders bei Kleinstunternehmen, Freiberuflern und Solo-Selbstständigen.
Sie sind einfach zu gründen, benötigen kein Stammkapital und eignen sich besonders für Einzelpersonen im Dienstleistungs- und Kreativbereich.









