Sandra Manich macht Mut wirksam
Sandra Manich zeigt, warum echter beruflicher Erfolg nicht aus Härte, Dauerstress und Perfektion entsteht, sondern aus Klarheit, Selbstführung und dem Mut, trotz Unsicherheit loszugehen. Nach über 20 Jahren in internationalen Unternehmen kennt sie Leistungsdruck, Verantwortung und Veränderung aus erster Hand.
Heute begleitet sie Führungskräfte, Unternehmerinnen und ambitionierte Menschen dabei, souveräner aufzutreten, bessere Entscheidungen zu treffen und ihr Potenzial endlich sichtbar zu leben. Ein Interview für alle, die mehr wollen als Funktionieren.
Sandra Manich im Interview

© Caro Strasnik
Warum haben Sie die erfolgreiche Karriere in der Werbebranche bewusst gegen Coaching eingetauscht?
Ich habe in der Werbebranche eine sehr spannende Zeit erlebt. Das war eine Welt mit hoher Dynamik, viel Kreativität, großem Tempo und natürlich auch hohem Druck.
Ich habe dort viele Jahre lang unglaublich viel gelernt: über Kommunikation, Wirkung, strategisches Denken, Menschen, Ziele und darüber, was Teams erfolgreich macht. Gleichzeitig habe ich aber irgendwann gemerkt, dass mir etwas Wesentliches fehlt.
Nach mehr als 20 Jahren in Werbung und Marketing war für mich klar: Ich möchte nicht mehr nur Marken entwickeln, sondern vor allem Menschen in ihrer Entwicklung begleiten.
Mich hat immer stärker interessiert, was Menschen innerlich stark macht, wie sie mit Druck umgehen, wie sie ihr Potenzial entfalten und wie sie beruflich erfolgreich sein können, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Coaching war für mich deshalb kein radikaler Bruch, sondern eher die konsequente Weiterentwicklung meines bisherigen Weges. Ich habe meine Erfahrung aus einer leistungsorientierten Businesswelt mitgenommen und sie mit psychologischer Tiefe, Coaching-Kompetenz und echter Arbeit am Menschen verbunden.
Genau das macht meine Arbeit heute aus: Ich kenne die Realität von Unternehmen, Leistungsdruck, Verantwortung und Veränderung nicht nur aus der Theorie, sondern aus eigener, langjähriger Praxis.
Welche Parallelen sehen Sie zwischen Marketing und Persönlichkeitsentwicklung im Business?
Gutes Marketing beginnt immer mit Klarheit: Wer bin ich, wofür stehe ich, was ist mein Kern, was unterscheidet mich von anderen und wie wirke ich nach außen? Genau dieselben Fragen stellen sich auch in der Persönlichkeitsentwicklung und im Business-Coaching.
Viele Menschen sind fachlich hervorragend, aber sie kennen ihre eigene Wirkung nicht gut genug. Oder sie haben zwar Kompetenz, bringen sie aber nicht klar auf den Boden.
Im Marketing würde man sagen: Die Positionierung ist unscharf. Im Business zeigt sich das dann oft in zu wenig Sichtbarkeit, zu vorsichtigem Auftreten oder darin, dass andere mit weniger Substanz an ihnen vorbeiziehen.
Persönlichkeitsentwicklung hilft, diese innere Klarheit aufzubauen. Wer die eigenen Stärken, Motive, Werte und Muster kennt, entscheidet bewusster, kommuniziert klarer und tritt souveräner auf.
Das ist im Grunde nichts anderes als gute, glaubwürdige Positionierung — nur nicht für eine Marke, sondern für einen Menschen. Und genau darin liegt eine starke Parallele: Innen und außen müssen zusammenpassen. Sonst wirkt weder eine Marke noch eine Führungspersönlichkeit wirklich überzeugend.
Warum unterschätzen gerade viele Frauen ihr eigenes Potenzial im Berufsleben?
Viele Frauen sind hervorragend ausgebildet, leistungsbereit und verantwortungsvoll und trotzdem zweifeln sie häufiger an sich, als es von außen sichtbar ist. Sie warten oft zu lange, bis sie den nächsten Schritt gehen, weil sie das Gefühl haben, noch nicht bereit genug zu sein oder noch eine zusätzliche Qualifikation zu brauchen.
Natürlich ist das nie nur individuell. Es hat auch mit Prägung, Rollenbildern und Erwartungen zu tun. Viele Frauen haben gelernt, besonders gründlich zu sein, sich anzupassen und Fehler zu vermeiden.
Das führt im Berufsleben oft dazu, dass sie sich eher auf ihre Defizite als auf ihre Stärken konzentrieren. Statt den Fokus auf das zu legen, was sie bereits mitbringen, vergleichen sie sich mit anderen und stellen ihre eigene Eignung infrage.
Gleichzeitig beobachten wir in Unternehmen oft, dass Sichtbarkeit und Selbstverständlichkeit nach wie vor ungleich verteilt sind. Wer sich weniger offensiv zeigt, wird leichter übersehen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass Frauen nicht darauf warten, irgendwann „perfekt genug“ zu sein. Dass sie lernen, Räume auch selbstverständlich einzunehmen.
Sandra Manich verlässt jede Komfortzone

© Caro Strasnik
Was bewirkt Positive Leadership konkret in Unternehmen und Teams?
Durch Studien wie den jährlich erscheinenden Gallup Engagement Index wissen wir, dass viele Mitarbeitende heute nur mehr Dienst nach Vorschrift machen, keine Bindung zum Unternehmen spüren, sich nicht wertgeschätzt fühlen.
Positive Leadership, auch stärkenorientiertes Leadership genannt, wirkt hier dagegen. Es führt dazu, dass Menschen aufblühen können im Job, indem Positive Leader z.B. für positive Emotionen am Arbeitsplatz sorgen, die Stärken der einzelnen Personen im Team fördern, Sinn vermitteln und gemeinsam Erfolge feiern.
Konkret bedeutet das im Alltag: Mitarbeitende fühlen sich eher gesehen, übernehmen mehr Verantwortung, identifizieren sich stärker mit ihrer Arbeit und bleiben Unternehmen eher verbunden. Positive Leadership blendet Probleme nicht aus.
Im Gegenteil: Gute positive Führung verbindet Klarheit mit Menschlichkeit. Sie schaut nicht nur auf Fehler und Defizite, sondern bewusst auch auf das, was bereits da ist und wachsen kann. Das ist nicht weich, sondern wirtschaftlich klug und eine Win-win-Situation für die Menschen und das Unternehmen selbst.
Wie hilft Personality Profiling dabei, bessere Entscheidungen im Business zu treffen?
Persönlichkeitsdiagnostik kann im Business sehr hilfreich sein. Das LINC Personality Profiling, mit dem ich arbeite, basiert auf dem Big-Five-Modell und betrachtet Persönlichkeit ganzheitlich über drei Bereiche: Charaktereigenschaften, Motive und Kompetenzen.
Der erste Bereich zeigt, wie jemand typischerweise denkt, fühlt und handelt — zum Beispiel eher introvertiert oder extravertiert, eher risikofreudig oder sicherheitsorientiert, eher gelassen oder angespannt.
Das hilft, Verhaltensmuster besser zu verstehen, Missverständnisse in der Zusammenarbeit einzuordnen und die eigene Wirkung realistischer einzuschätzen.
Die Motive zeigen, was Menschen innerlich antreibt. Also nicht nur, was jemand gut kann, sondern auch, was ihn oder sie wirklich motiviert. Das ist für Karriereentscheidungen, Rollenklärung und Führung enorm wertvoll.
Denn Menschen sind langfristig meist dort besonders wirksam, wo ihre Aufgaben nicht nur zu ihren Fähigkeiten, sondern auch zu ihren inneren Antrieben passen.
Die Kompetenzen schließlich geben Hinweise darauf, welche Stärken jemand selbst bei sich sieht und welche Fähigkeiten typischerweise gut zum jeweiligen Persönlichkeitsprofil passen.
Das kann helfen, Potenziale sichtbar zu machen, die bisher noch zu wenig genutzt wurden. Wichtig ist dabei: Ein Profil nimmt niemandem die Entscheidung ab. Aber es verbessert die Qualität der Selbstreflexion und damit auch die Qualität beruflicher Entscheidungen.
Gerade im Coaching erlebe ich oft, wie entlastend das für Menschen ist. Viele verstehen durch ein gutes Profil zum ersten Mal: Ich bin nicht falsch. Ich ticke einfach auf meine Weise. Und genau auf dieser Basis kann man dann viel besser weiterarbeiten — in Richtung Führung, Teamzusammenarbeit, berufliche Neuorientierung oder persönlicher Wirksamkeit.
Welchen Tipp geben Sie Unternehmer:innen, die ihr volles Potenzial entfalten wollen und wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Mein wichtigster Tipp ist: Versucht nicht, alles allein zu tragen. Gerade Unternehmerinnen und Unternehmer sind oft gewohnt, viel Verantwortung zu tragen, schnell zu entscheiden und durchzuhalten. Das ist eine große Stärke — kann aber auch tückisch werden, wenn Reflexion, Austausch und ehrliches Sparring fehlen.
Wer sein Potenzial entfalten will, braucht nicht nur Ideen und Leistung, sondern auch Klarheit, Mut und eine gute Selbstführung. Holt euch Unterstützung, sucht euch Verbündete und geht Schritt für Schritt. Nicht alles muss sofort perfekt sein.
Entscheidend ist, überhaupt loszugehen.
Ich bin überzeugt: Mut kommt nicht vor dem ersten Schritt, sondern im Gehen. Wer wartet, bis jede Unsicherheit verschwunden ist, wartet meist sehr lange. Entwicklung beginnt für mich immer außerhalb der Komfortzone.
Das war übrigens auch ein Grund, warum ich vor zwei Jahren mit einer Gruppe von Frauen quer durch die älteste Sandwüste der Welt, die Namib, marschiert bin. Bei teilweise 47 Grad Celsius.
Wer mit mir in Kontakt treten möchte, findet mich online meiner Website sowie auf LinkedIn. Ich begleite Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Menschen in beruflichen Veränderungsphasen dabei, klarer, souveräner und wirksamer zu werden — mit Herz, Tiefgang und einer klaren Businessperspektive.
Weiters biete ich Trainings zu Themen wie Positive Leadership, Stressmanagement und Souveränem Auftreten und Impulsvorträge für Unternehmen und ambitionierte Teams an.
Speziell für Frauen veranstalte ich außerdem Formate wie die „Female Leadership & Balance Days“ in der Wachau oder das „Leading Ladies Retreat“ auf Mallorca.
Über Sandra Manich
Sandra Manich ist Mental- und Businesscoach mit über 20 Jahren Managementerfahrung in internationalen Unternehmen. Sie begleitet Führungskräfte, UnternehmerInnen und High Potentials dabei, auch unter Druck klar, souverän und wirksam zu bleiben – ohne sich selbst zu verlieren. Was sie vermittelt, lebt sie selbst: Mut, Komfortzonen zu verlassen – bis hin zur Durchquerung der Namib-Wüste.





