Verena Schmitz
BusinessInterviews

Verena Schmitz knackt LinkedIn ohne Kaltakquise

Verena Schmitz sagt klar, warum viele Unternehmer auf LinkedIn posten, kommentieren und sichtbar sein wollen, am Ende aber trotzdem keine Kunden gewinnen. Reichweite klingt gut, Likes fühlen sich gut an, doch ohne klare Positionierung, starke Botschaft und die richtige Zielgruppe bleibt vieles nur digitale Beschäftigung. Wer jeden ansprechen will, trifft am Ende niemanden.

Sie erklärt, wie LinkedIn wirklich funktioniert, warum Vertrauen wichtiger ist als Views und weshalb ein starkes Profil selbst dann arbeitet, wenn man gerade offline ist. Statt peinlicher Kaltakquise setzt sie auf strategischen Content, smartes Netzwerken und Inhalte, die Interesse auslösen statt ignoriert zu werden. Ein Interview für alle, die LinkedIn endlich ernsthaft als Umsatzkanal nutzen wollen.

Verena Schmitz im Interview

Interview Verena Schmitz

Warum funktioniert LinkedIn für viele besser als klassische Social-Media-Plattformen?

Der Unterschied zu anderen Plattformen ist struktureller Natur. LinkedIn ist keine Unterhaltungsplattform, sondern die weltweit größte Business- und Netzwerkplattform für Experten, Unternehmer, Fach- und Führungskräfte. Wer sich hier einloggt, ist mit einem anderen Mindset unterwegs als auf Instagram oder TikTok.

Die Nutzerinnen und Nutzer sind auf LinkedIn, um ihr Business voranzutreiben oder im Job voranzukommen. Sie denken über ihre Herausforderungen nach, suchen nach Lösungen, treffen Entscheidungen. Rund 80 % der LinkedIn-Nutzer sind Entscheider oder beeinflussen Kaufentscheidungen in ihren Unternehmen.

Das ist ein Wert, den keine andere Plattform auch nur annähernd erreicht.

Hinzu kommen die Reichweitenverhältnisse. Nur etwa 1–3 % der LinkedIn-Mitglieder posten täglich. Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit ist damit im Vergleich zu Instagram oder TikTok geradezu entspannt. Wer regelmäßig (mind. 2x die Woche) und strategisch postet, fällt schnell auf.

Und dann ist da noch die Lead-Generierung. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: LinkedIn hat eine Besucher-zu-Lead-Konversionsrate von 2,74 % – fast 3x höher als X (ehemals Twitter) und Facebook.

LinkedIn-Lead-Generierung gilt als 227 % effektiver als andere Werbeplattformen. Auf LinkedIn entstehen 75 bis 85 % aller B2B-Leads aus sozialen Medien. Das sind keine Marketingversprechen, das sind belegte Zahlen.

Und noch etwas, das gerne unterschätzt wird: LinkedIn arbeitet auch dann für dich, wenn du gerade nichts tust. Ein starkes Profil mit klarer Positionierung und SEO-Optimierung generiert Anfragen, von Menschen, die dich über die Suche finden, ohne dass du täglich aktiv posten oder akquirieren musst.

Ich bin seit über 7 Jahren auf LinkedIn aktiv und habe in dieser Zeit noch nie klassische Kaltakquise betrieben. Alle Kundenanfragen kamen über LinkedIn oder durch Weiterempfehlung. Organisch, über Sichtbarkeit und strategisches Netzwerken.

LinkedIn hat aktuell über 1,15 Milliarden Mitglieder weltweit, mit rund 310 Millionen monatlich aktiven Nutzern. Die Plattform wächst weiter und damit auch das Potenzial für alle, die früh mit einer klaren Positionierung ihre Personal Brand und ihren Expertenstatus aufbauen.

Welche Fehler machen Unternehmer beim Aufbau ihrer Personal Brand auf LinkedIn?

Da gäbe es einiges. Ich nenne die 3 häufigsten Fehler.

  • Fehler 1: Unklare Positionierung 

Viele wollen sich möglichst breit aufstellen und verlieren dadurch an Wirkung. Dabei ist weniger mehr. Je klarer du kommunizierst, was du anbietest und wofür du stehst, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass jemand genau das sucht und … dich findet!

  • Fehler 2: Wie ein Werbekanal posten

Reine Angebots-Posts ohne Mehrwert. Menschen folgen Menschen und kaufen von Menschen. Wenn du wie ein seelenloser Avatar auftrittst, erreichst du niemanden. Viele denken, LinkedIn sei ein Job- und Verkaufskanal, es ist aber eine SOCIAL-Media-Plattform, wo Persönlichkeit genauso zählt wie auf allen anderen Plattformen.

  • Fehler 3: Das zu schnelle Aufgeben.

Ich erlebe oft, dass Unternehmer genau dann abbrechen, wenn es erst richtig zu tragen beginnt. Netzwerk, Reichweite und Vertrauen bauen sich nicht über Nacht auf und LinkedIn zählt mittlerweile über 1 Milliarde Nutzer. Je mehr Nutzer, desto mehr Beiträge im Feed, desto geringer die Sichtbarkeit.

Wenn du bei Null anfängst, dann solltest du schon 6–8 Wochen Aufwärmphase einplanen, bevor du die ersten Erfolge feiern kannst. Und natürlich wird nicht jeder Beitrag gleich gut performen: Mal geht die Reichweite rauf, mal runter. Geduld und Konsistenz sind die Devise.

Was unterscheidet sichtbare Profile von wirklich erfolgreichen Profilen?

Sichtbarkeit und Erfolg sind zwei verschiedene Währungen, sie schließen sich aber nicht gegenseitig aus. Ein sichtbares Profil macht Eindruck. Ein erfolgreiches sichtbares Profil macht klar, was der nächste Schritt ist, baut Vertrauen auf, liefert Mehrwert und stellt die Community und die Zielgruppe in den Mittelpunkt.

Ein Post mit Tausenden Impressionen, der nicht auf das Glaubwürdigkeitskonto einzahlt, ist weniger wert als ein Post mit deutlich weniger Reichweite, der Erstgespräche auslöst und dich als Experten in deiner Branche etabliert.

Und die Zahlen bestätigen das: Unternehmen, die mindestens 1x wöchentlich auf LinkedIn posten, verzeichnen eine 2x so hohe Engagement-Rate. Vollständige LinkedIn-Profile erhalten 30 % mehr wöchentliche Profilaufrufe. Das ist der direkte Effekt klarer Positionierung und Konsistenz.

Erfolgreiche Profile haben eines gemeinsam: authentischen Content, der nicht nur unterhält und Engagement erzeugt, sondern auch zeigt, wofür man steht, welches Problem man löst und warum man die richtige Person dafür ist.

Wer es schafft, mit einem strategisch durchdachten Beitrag viral zu gehen, kann seinen strategischen Erfolg maximieren. Und solche Beiträge sind planbar. Viele meiner Kunden haben das bereits geschafft, gerade für die Lead-Generierung.

Verena Schmitz macht Reichweite zu Kunden

Zitat Verena Schmitz

Warum bringen viele Views und Likes oft keine Kunden?

Likes entstehen durch Emotionen, Kunden entstehen durch Vertrauen und Klarheit. Das sind zwei grundlegend verschiedene Mechanismen.

In meiner Arbeit mit Kunden unterscheide ich konsequent zwischen dem Content, der Reichweite bringt, und dem Content, der positioniert. Beides hat seinen Platz im Redaktionsplan, aber wer ausschließlich auf Unterhaltung setzt, baut eine Fanbase auf, keine Kundenbasis.

Ein viraler Post, der nicht zeigt, was du anbietest, für wen und warum genau du die richtige Wahl bist, verpufft ohne Wirkung.

93 % der B2B-Content-Marketer nutzen LinkedIn für organisches Social-Marketing und laut 77 % von ihnen liefert LinkedIn die besten organischen Ergebnisse aller Plattformen. Der Kanal funktioniert, aber nur mit der richtigen Strategie dahinter.

Wer beides verbindet, Reichweite und Positionierung, hat gewonnen. Mit Edutainment-Content, also Wissen, das begeistert, lassen sich beide Ziele gleichzeitig erreichen. Das ist unsere Spezialität.

Welche Rolle spielt strategisches Netzwerken für nachhaltigen Business-Erfolg?

Wenn die meisten Menschen „Netzwerken“ hören, denken sie an Visitenkartentausch, Business-Events und LinkedIn-Anfragen von Unbekannten, die im selben Atemzug einen Pitch hintenanstellen. Genau das funktioniert nicht.

Strategisches Netzwerken folgt einer anderen Logik. Es geht nicht darum, möglichst viele Kontakte zu sammeln, sondern die richtigen Verbindungen aufzubauen. Mit Gleichgesinnten, mit potenziellen Kunden und mit Menschen, die Zugang zur eigenen Zielgruppe haben. Netzwerkaufbau = Beziehungsaufbau.

Kommentare sind dabei oft das unterschätzteste Werkzeug überhaupt. Wer fremde Beiträge strategisch und mit echtem Mehrwert kommentiert, baut Expertenstatus auf, knüpft passende Kontakte und erhöht die eigene Sichtbarkeit. Wer täglich 10 bis 20 Beiträge auf LinkedIn kommentiert, kann die eigene Profilsichtbarkeit um bis zu 50 % steigern.

LinkedIn verzeichnet 1,7 Milliarden einzigartige globale Besucher pro Monat und InMail auf LinkedIn hat eine Antwortrate, die 3x höher ist als klassische E-Mail-Kaltansprache. Der direkte Austausch auf der Plattform funktioniert, wenn er authentisch und ohne sofortigen Verkaufsdruck erfolgt.

Netzwerken lebt auf LinkedIn aber auch wie auf jeder anderen Plattform vom echten Austausch, gegenseitiger Unterstützung und dem Community-Gedanken. Besonders in Zeiten von KI-generiertem Content sind authentische, menschliche Verbindungen von unschätzbarem Wert.

Welchen Tipp geben Sie Unternehmern, die über LinkedIn Kunden gewinnen möchten und wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Trau dich. Es gibt so viele Expertinnen und Experten, die eigentlich sehr gerne auf LinkedIn aktiv wären, aber Angst haben. Angst vor Kritik, vor dem leeren Bildschirm, davor, dass niemand zuhört.

Sie posten gelegentlich einen Meilenstein, kommentieren ab und zu einen Beitrag und warten auf den perfekten Zeitpunkt, um endlich konsequent loszulegen. Doch diesen perfekten Tag wird es nie geben.

Aber bevor du den ersten Post veröffentlichst oder dein Profil optimierst, definiere deine Ziele, Positionierung, Zielgruppe und Kernbotschaft. Wofür möchtest du bekannt werden?

Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber nicht. Ich erlebe regelmäßig, dass Unternehmerinnen und Unternehmer auf LinkedIn loslegen, ohne wirklich zu wissen, mit wem sie eigentlich sprechen wollen.

Das Ergebnis: Content, der niemanden direkt anspricht. Dabei ist Marketing der Dialog mit deinem idealen Kunden.

Wer seine Zielgruppe kennt, trifft mit jedem Post die richtigen Menschen. Wer sie nicht kennt, produziert Inhalte ins Leere.

Und wenn du Hilfe rund um LinkedIn-Marketing, Lead-Generierung und Personal Branding brauchst, schau auf meiner Website vorbei, schnapp dir einen kostenfreien Slot in meinem Kalender für deine persönliche LinkedIn-Analyse oder schreib mir direkt auf LinkedIn.

LinkedIn Fakten, die Unternehmer kennen sollten

  1. Warum ist LinkedIn für Unternehmer so spannend?
    Rund 80 % der Nutzer sind Entscheider oder beeinflussen Kaufentscheidungen. Damit sitzt dort genau die Zielgruppe, die für viele Angebote relevant ist.
  2. Wie stark ist LinkedIn bei B2B-Leads wirklich?
    75 bis 85 % aller B2B-Leads aus sozialen Medien entstehen über LinkedIn. Für viele Dienstleister ist das die stärkste Plattform.
  3. Ist LinkedIn effektiver als Facebook oder X?
    Ja. Die Besucher-zu-Lead-Konversionsrate liegt bei 2,74 % und damit fast dreimal höher als bei anderen Netzwerken.
  4. Braucht man Werbebudget für Kunden auf LinkedIn?
    Nicht zwingend. Mit einem starken Profil, klarer Positionierung und smartem Content lassen sich organisch hochwertige Anfragen gewinnen.
  5. Wie groß ist die Chance auf Sichtbarkeit noch?
    Nur etwa 3 % der Mitglieder posten regelmäßig. Wer konsequent sichtbar ist, hebt sich deutlich vom Großteil ab.
  6. Ist ein gutes Profil wichtiger als eine Website?
    Ein optimiertes LinkedIn-Profil wird oft deutlich häufiger besucht als klassische Unternehmenswebsites.
  7. Bringt ein vollständiges Profil messbar mehr Reichweite?
    Ja. Profile mit vollständigen Angaben erzielen rund 30 % mehr wöchentliche Aufrufe.
  8. Wie oft sollte man posten?
    Unternehmen, die mindestens 1x wöchentlich posten, erreichen oft doppelt so hohe Engagement-Raten. Regelmäßigkeit schlägt Perfektion.

Über Verena Schmitz

Verena Schmitz zählt zu den bekanntesten LinkedIn-Marketing-Expertinnen im DACH-Raum und wurde mehrfach als Top 50 LinkedIn Expertin ausgezeichnet. Seit über sieben Jahren unterstützt sie Selbstständige, Unternehmer, Berater und B2B-Dienstleister dabei, LinkedIn strategisch für Sichtbarkeit, Personal Branding und planbare Leadgenerierung zu nutzen.

Ihre Kundenanfragen entstanden dabei stets organisch statt durch Kaltakquise. Genau diese erprobte Methode gibt sie heute mit klarer Haltung und einer Prise Humor weiter.

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